Steuertipps für Privatpersonen

Mit dem Ausfüllen der Steuererklärung stellt sich zwangsläufig die Frage: Wo kann ich noch Steuern sparen? Eine Auflistung der acht besten Steuertipps.

Tipp Nr. 1: 3a-Säule
Einzahlen in die dritte Säule bringt gleich mehrere Vorteile. Der Hauptvorteil: Die Einzahlungen in die Säule 3a können vom Einkommen abgezogen werden. Dies bis zu maximal 6’768 Fr. pro Jahr für Arbeitnehmer mit einer Pensionskasse resp. 33’840 (jedoch max. 20% des Nettoerwerbseinkommens) für Arbeitnehmer und selbständige ohne Pensionskassenanschluss (Stand 2018). Hinzu kommt, dass das Vermögen in der 3a-Säule kein steuerbares Vermögen darstellt und die Vermögenserträge ebenso nicht steuerbar sind. Die Auszahlung der 3a-Säule wird mit separat mit dem günstigeren Vorsorgetarif besteuert.

Tipp Nr. 2: Einkauf in die Pensionskasse
Ein Einkauf in die Pensionskasse kann von den Steuern abgezogen werden. Mit dieser Massnahme kann man nicht nur kurzfristig Steuern sparen, sondern auch die Rente aufbessern. Die Höhe des zulässigen Einkaufs kann bei der Pensionskasse angefragt werden, resp. findet sich meist auf dem Vorsorgeausweis. Sinnvoll ist es, anstelle eines grossen Einkaufs mehrere kleine Einkäufe in verschiedenen Jahren vorzunehmen. So wird die Progression gebrochen was die Steuerersparnis zusätzlich erhöht.

Tipp Nr. 3: Stellenwechsel verbunden mit (längeren) Auszeiten übers Jahresende legen
Steht ein längerer Auslandaufenthalt an, macht es Sinn, diesen so zu planen, dass er aufs Jahresende zu liegen kommt. So wird die Progression in beiden betroffenen Jahren gebrochen. Bei längeren Reisen (ca. ab einem Jahr) empfiehlt es sich, sich ganz abzumelden. Dies nicht aus steuerlichen Gründen: Anstelle der obligatorischen Krankenkasse empfiehlt sich eine internationale Krankenkasse, welche Pflegekosten im Ausland vollumfänglich übernimmt und zudem noch deutlich günstiger ist als die obligatorische Krankenkasse in der Schweiz.

Tipp Nr. 4: Wohnsitzwechsel
Bei einem Wohnsitzwechsel in einen anderen Kanton bezahlt man dort Steuern, wo man seinen Wohnsitz Ende Jahr hatte. Auch wenn die Steuern meist nicht ausschlaggebend sind bei der Wahl des Wohnsitzes sollte man steuerliche Überlegungen zumindest mit einfliessen lassen, nicht nur im Bezug auf die Wahl des Wohnsitzes, sondern auch beim Umzugs- resp. Ummeldetermin.

Tipp Nr. 5: Weiterbildung
Weiterbildungskosten können in praktisch allen Kantonen bis zu einer Höchstgrenze von Fr. 12’000 vom steuerbaren Einkommen abgezogen werden. Die in Abzug gebrachten Weiterbildungskosten müssen im Hinblick auf die Berufstätigkeit erfolgen, wobei auch Umschulungskosten bei einem Berufswechsel abzugsfähig sind. Auch Sprachkurse und Sprachaufenthalte können abgezogen werden, sofern die erlernte Sprache von beruflichem Nutzen ist. Bei einem Sprachaufenthalt kann das Steueramt jedoch unter Umständen (z.B. wenn der Sprachaufenthalt mit einer Reise kombiniert wird) auf einen Privatanteil bestehen.
Gut zu Wissen: Gewisse Kantone gewähren eine Pauschale für Weiterbildung. Diese beträgt im Kanton St. Gallen beispielsweise Fr. 400 pro Jahr.

Tipp Nr. 6: Spenden
Tu gutes und zieh es von den Steuern ab! Spenden an gemeinnützige Organisationen und politische Parteien können vom steuerbaren Einkommen abgezogen werden. Je nach Kanton gelten unterschiedliche Unter- und Obergrenzen. Auf jeden Fall lohnt es sich, die Spendenbelege aufzubewahren.

Tipp Nr. 7: Unterhaltskosten von Liegenschaften
Liegenschaftenbesitzer können werterhaltende Investitionen in Ihre Liegenschaften von den Steuern abziehen. Bei den Kosten für die Liegenschaften gilt es zwischen drei Kategorien zu unterscheiden:
1. Wertvermehrende Auslagen: Wertvermehrende Auslagen können nicht in der laufenden Steuererklärung abgezogen werden, sie vermindern jedoch bei einem späteren Verkauf der Liegenschaft den (steuerbaren) Grundstückgewinn. Es ist wichtig, die Belege für wertvermehrende Investitionen aufzubewahren!
2. Werterhaltende Auslagen: Werterhaltende Auslagen können abgezogen werden. Hier gilt die Faustregel: Wird etwas bestehendes ersetzt, können die Kosten abgezogen werden. Ebenfalls als Unterhaltskosten gelten in der Regel Energiespar- und Umweltschutzinvestitionen, beispielsweise die Anschaffung einer Photovoltaikanlage.
3. privater Lebensunterhalt: Auslagen wie z.B. Rechnungen für Strom- und Wasserverbrauch können nicht abgezogen werden, da es sich hierbei um private Lebenshaltungskosten handelt.

Insbesondere die Unterscheidung zwischen der 1. und der 2. Kategorie führt in der Praxis häufig zu Diskussionen mit dem Steueramt. Es lohnt sich deshalb, genau hinzuschauen und die Steuerveranlagung zu hinterfragen. Ein Vorteil für unsere Kunden: Das Prüfen der Steuerveranlagung ist im Preis für das Ausfüllen der Steuererklärung inklusive. Es empfiehlt sich, beim Umbau stets Vorher-/Nachher-Fotos zu machen. Diese Können im Streitfall von grossem Nutzen sein.

Tipp Nr. 8: geschicktes planen beim Liegenschaftenunterhalt
Gerade bei grösseren Umbauten ist es aus steuerlicher Sicht sinnvoll, die Kosten auf mehrere Jahre zu verteilen, denn: Zwei Abzüge à Fr. 25’000 in aufeinanderfolgenden Jahren bringen in der Regel mehr Steuerersparnis als ein Abzug von Fr. 50’000 in einem Jahr. Bei Privatpersonen gibt es ausserdem keinen „Verlustvortrag“, das heisst, wenn die Abzüge in einem Jahr beinahe gleich hoch sind wie die Einkünfte oder diese gar übersteigen, können diese im Folgejahr nicht mehr geltend gemacht werden. Deshalb sollten gerade grössere Unterhaltsarbeiten zeitlich gut geplant werden. Stehen nur kleine Unterhaltsarbeiten an, lohnt es sich, diese in einem Jahr zusammenzufassen, so dass die Pauschale überschritten wird.

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